Cosmoscreator V

COSMOSCOLLABORATOR

2015

Titel Cosmo 5

Scénario (Zeichnungen, Konzept und Entwicklung einer eigenen Schriftart):
Anna-Sophie Jürgens
Text: Sarah Schuster
Mise en scène (Layout, Typografie und Technik): Alexander Rapp

Fuji-san am Main, (Re)construction im Omniversum.

Jemand liest ein Märchen, das geht, das geht auch heute noch; aber wer liest überhaupt noch Bücher? – Yuki, die Protagonistin des COSMOSCOLLABORATORS, dem fünften Teil der wissenschaftlichen Märchenreihe „Cosmoscreator“, liest ein Buch, um nach dem Sinn ihres Namens zu suchen und in ihm nach etwas wie sich selbst. Der Mythos, der ihr dabei in die offenen Hände fällt, erzählt die kosmische Liebesgeschichte zwischen Schnee und Regen in der dichten Welt rankender Bilder und Stimmen zur Zeit einer immer bedrohlicher werdenden Dürre von Grund und Boden. Dass ihre Reise durch die Zeilen Yuki persönlicher angeht als zuvor antizipiert, erfährt sie spätestens, wenn sie Pi begegnet, der ihr zunächst auf wenig einsichtige Weise den Boden unter den Füßen wegzieht, vor allem dann, wenn scheinbar in Schrift Fixiertes beginnt, über das schwarz auf weiß gesetzte Wort hinauszugehen, und nicht allein das. –

Die literaturwissenschaftliche Dimension des Textes beschleunigt dabei den bewegten Gang ins Freie, indem sie eine permanente Auslegungsbewegung fordert und am Laufen hält. Was im Cosmos collaboriert, lernt niemals aus, steht niemals still und bleibt immer auf der Suche. Wo nicht in fremde Welten eingetaucht wird; wo nichts im Phantastischen schlummert, sondern ins Wirkliche erwacht, faltet sich für die Figuren des COSMOSCOLLABORATORS eine Welt aus, deren Wirklichkeit sich mit ihren Möglichkeiten ineinander faltet: ein Wachen zwischen Selbstbewusstsein und potentiellem Albtraum: vielleicht so ähnlich wie bei dieser Sache, die wir Liebe nennen, wenn der Begriff wegfällt und, wo möglich, uns ein Bild übrig bleibt…

Sarah Schuster

COSMO V Bild 6 (hell)